Da ist der Abend, und dann ist da der Heimweg. Und für viele ist es der Heimweg, der schwer wiegt: dieses Stück Straße, auf dem man ohne konkreten Grund schneller geht, auf dem man die Schlüssel auf eine bestimmte Art hält, auf dem man sich umdreht. Das muss nicht so sein, und es ist schon gar kein Grund, aufs Ausgehen zu verzichten.

Die erste Gewohnheit ist, Licht und Bewegung dem kürzesten Weg vorzuziehen. Eine belebte, beleuchtete Straße kostet manchmal drei Minuten mehr, aber eine dunkle, menschenleere Abkürzung ist keine Zeitersparnis, sondern eine Wette. Deine schnellste Route ist nicht zwangsläufig deine beste.

Die zweite ist, ein Ohr bei der Welt zu lassen. Zwei Kopfhörer auf voller Lautstärke, das sind zwei Sinne auf einmal abgeschaltet. Lass einen draußen oder dreh einfach leiser. Ein Auto abbremsen oder einen Schritt schneller werden zu hören, verschafft dir oft eine Sekunde Vorsprung.

Die dritte ist, nicht wirklich allein zu sein. Starte vor dem Losgehen einen geschützten Heimweg. Ein Mensch, der dir nahesteht, weiß, dass du unterwegs bist und wie weit du gekommen bist. Passiert dir etwas, geht der Alarm raus, ohne dass du irgendetwas entsperren musst, und dein Standort wird geteilt. Du gehst allein, aber du bist nicht isoliert.

Die letzte ist zu wissen, welche Tür du aufstoßen kannst. Ein noch geöffnetes Geschäft, eine Station, ein auf der Karte gesehener Partnerbetrieb. Schon vorher zu wissen, wo man hineingehen und um Hilfe bitten kann, verändert völlig, wie es sich anfühlt, eine leere Straße zu überqueren. Sicherheit ist oft genau das: nicht überrumpelt zu werden.